Wann wird’s kompliziert?

Vor allem Herr Fleming macht sich Sorgen um seine Kinder. Seine Frau sieht die Sache entspannter. Sie ist der Meinung, dass Lara und Jacob schon zurechtkommen werden. Herr Fleming findet das naiv. All die Gefahren die dort lauern! Fr√ľher hat sein Sohn immer gefragt, wenn er online gehen wollte. Herr Fleming oder seine Frau haben dann seine Lieblingswebseiten aufgerufen und nach einer halben Stunde hatte der Junge eh keine Lust mehr. Heute bewegt er sich alleine im Netz und m√∂chte dabei nicht gest√∂rt werden. Bei Lara ist die Angelegenheit sogar verzwickter. Das Kind wei√ü doch gar nicht, was es da tut. All die Daten, die sie preisgibt, all die Menschen mit denen sie vernetzt ist. Was da alles schief gehen kann! Dar√ľber hinaus ist ihr Smartphone mittlerweile scheinbar an ihrem K√∂rper angewachsen!

Je √§lter der Nachwuchs wird, desto schwieriger wird es, dessen T√§tigkeiten im Netz zu folgen. W√§hrend sich j√ľngere Kinder noch in √ľberschaubaren Angeboten bewegen, streben √§ltere Kinder gezielt nach der Online-Welt der Gro√üen. Im Jugendalter kann es vorkommen, dass man scheinbar vom eigenen Kind √ľberholt wird und das Gef√ľhl hat nicht mehr mitzukommen. Diese Empfindung teilen viele Eltern. Gerade deswegen ist es wichtig, am Ball zu bleiben und nicht zu resignieren!

Insbesondere Soziale Netzwerke bieten √§lteren Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Handlungsm√∂glichkeiten ‚Äď sie bergen aber auch Stolperfallen. Das hei√üt jedoch nicht, dass Ihr Kind mit jedem der folgenden Probleme konfrontiert wird. Je nach Entwicklungsstand, Nutzungsweise und der eigenen Pers√∂nlichkeit sind unterschiedliche Punkte von Bedeutung.

Ungeeignete Inhalte
Wenn sich Heranwachsende im Internet bewegen, kann es passieren, dass sie auf ungeeignete Inhalte sto√üen. Das kann vor allem Kindern unangenehm sein und ihnen Angst machen. Hierzu geh√∂ren z. B. pornografische Inhalte oder Gewaltdarstellungen. Sp√§ter ist es vielleicht cool, sich entsprechende Medieninhalte anzusehen ‚Äď das hei√üt jedoch nicht, dass jeder Jugendliche das Gesehene verarbeiten kann.

Daten im Netz
Vor allem am Anfang gehen M√§dchen und Jungen oft noch unbedarft mit pers√∂nlichen Daten um. Es ist allerdings wichtig, vorsichtig mit Angaben zur eigenen Person zu sein, um die eigene Identit√§t zu sch√ľtzen. Die eigene Adresse, E-Mail-Adresse, Handynummer oder Schule sind z. B. sehr sensible Daten, die niemanden im Netz etwas angehen. Auch der vollst√§ndige Name ist eine Angabe mit der Kinder und Jugendliche sehr vorsichtig umgehen sollten. Insbesondere J√ľngeren f√§llt es schwer, dieses Problem nachzuvollziehen, da sie die Struktur und Offenheit des Internets meist noch nicht verstehen k√∂nnen.

Mangelhafter Schutz der Privatsphäre
Ebenso sorglos sind √§ltere Kinder und Jugendliche bisweilen mit dem Schutz ihrer Privatsph√§re. Viele finden es spannend, den Freundeskreis zu erweitern und neue Kontakte zu kn√ľpfen. Je gr√∂√üer die Anzahl der Kontakte wird, desto un√ľberschaubarer wird die Menge an Personen, die mitlesen. Wenn Statusmeldungen von Freundes-Freunden (also Freundinnen und Freunde der eigenen Freundinnen und Freunde) gesehen und kommentiert werden k√∂nnen, ist dies eine sehr gro√üe Personenanzahl. Hat Ihr Kind z. B. 50 Kontakte und diese haben jeweils auch 50 Kontakte, k√∂nnen 2.500 Menschen sehen, was Ihr Kind online ver√∂ffentlicht.

Unangenehme Fotos und Videos im Netz
Bilder im Netz sind f√ľr √§ltere Kinder und Jugendliche sehr wichtig. Problematisch wird es, wenn unangenehme Bilder online stehen. Ein Party-Video kann z. B. sp√§ter unangemessen oder ein Foto, das andere lustig finden, f√ľr die abgebildete Person peinlich sein. Das kann bei Bildern, die Heranwachsende selbst von sich oder anderen ins Internet gestellt haben genauso der Fall sein, wie bei solchen, die andere hochgeladen haben.

Urheberrechtsverletzungen
Im Laufe der Zeit bewegen sich junge Nutzerinnen und Nutzer immer selbstbestimmter und vor allem auch selbstbewusster im Netz. Sie kennen die M√∂glichkeiten und nutzen diese auch. Teilweise √ľberschreiten sie dabei Grenzen. Oftmals wird das Urheberrecht verletzt, indem Inhalte von anderen heruntergeladen, weiterverbreitet oder -verarbeitet werden. Zu solchen Rechtsverletzungen geh√∂rt z. B. der Download von Filmen und Musik, aber auch das Weiterverbreiten von Bildern, die eine andere Person gemacht hat.

‚ÄöAlways on‚Äė ‚Äď immer dabei
Ständig dabei sein zu wollen stellt Jugendliche vor einige Herausforderungen.

  • Kontinuierliches Kommunizieren strengt an. Viele Jugendliche sind fast ununterbrochen damit besch√§ftigt Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und darauf zu reagieren. Sie m√ľssen au√üerdem immerfort bewerten, welche Informationen f√ľr sie relevant sind und welche nicht. Dieser st√§ndige Auswahlprozess und die stetige Interaktion mit anderen k√∂nnen vor allem unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer √ľberfordern.
  • Offline-Zeiten m√ľssen bewusst genommen werden. Das f√§llt vielen Jugendlichen eher schwer. Anders als z. B. beim klassischen Fernsehprogramm, sind Sendezeiten nicht begrenzt und Ruhephasen m√ľssen somit eingeplant werden.
  • Einige M√§dchen und Jungen lassen sich ablenken. Gerade bei unliebsamen Angelegenheiten ist jede Abwechslung willkommen und insbesondere durch mobile Ger√§te auch gew√§hrleistet. Smartphones sind immer dabei und bieten vielerlei Spannendes. Konzentrationsphasen, wie sie z. B. bei Hausaufgaben notwendig sind, werden dadurch oftmals unterbrochen.