Was können Eltern tun?

Lara und ihre Mutter sprechen lange √ľber die Cyber-Mobbing-Situation in Laras Klasse. Lara erz√§hlt auch, dass ihr die Sache Angst macht und sie am Ende nicht die Dumme sein will. Frau Fleming muss sich an einigen Stellen auf die Zunge bei√üen, um nichts Unbedachtes zu sagen. Lara l√§sst sich schlie√ülich √ľberzeugen, am kommenden Tag ihren Lieblingslehrer anzusprechen. Ihm kann sie vertrauen und er wird sich der Situation gewiss annehmen.

Kompetentes Handeln in und mit Medien ist etwas, was Kinder, vor allem in jungen Jahren in ihrer Familie lernen. M√§dchen und Jungen sollten ihre Rechte und Pflichten kennen und zudem einen sensiblen Umgang mit ihren Daten pflegen. Als vorausschauende Ma√ünahme ist es deswegen notwendig, verschiedene Aspekte zum rechtlichen Rahmen zu besprechen Dar√ľber hinaus k√∂nnen die folgenden drei allgemeinen Hinweise dabei helfen, Cyber-Mobbing zu erschweren:

  • Passw√∂rter sind geheim und gehen niemanden etwas an.
  • Adresse, E-Mail-Adresse und Handynummer sind privat und geh√∂ren nicht ins Internet.
  • In Sozialen Netzwerken und Messengern kann man meistens selbst in den Profileinstellungen bestimmen, wer auf die Pinnwand schreiben, Nachrichten schicken und auf Bilder verlinken darf.

Was sollten Sie tun, wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Kind schikaniert wird?
Lassen Sie Ihr Kind in Ruhe erz√§hlen, was bisher passiert ist. Es ist wichtig, dem eigenen Kind keine Vorw√ľrfe zu machen und sich mit einfachen Ratschl√§gen, wie sich einfach zu wehren, zur√ľckzuhalten. Entscheiden Sie nichts √ľber den Kopf Ihrer Tochter beziehungsweise Ihres Sohnes. √úberlegen Sie vielmehr gemeinsam, was zu tun ist. Es ist notwendig, etwas gegen die Schikanen zu unternehmen, da diese nicht von alleine aufh√∂ren. Machen Sie Ihrem Kind darum klar, dass es nicht in Ordnung ist, wie mit ihr oder ihm umgegangen wird. Das Smartphone, der eigene Laptop und auch die Inhalte in WhatsApp, Facebook und Co. enthalten pers√∂nliche Informationen Ihres Kindes. Loggen Sie sich deswegen niemals alleine, sondern ausschlie√ülich gemeinsam mit Ihrem Nachwuchs ein und sichern Sie Beweise, indem Sie Screenshots anfertigen.

Bitten Sie M√§dchen oder Jungen, die Ihr Kind schikanieren, in Absprache mit Ihrer Tochter beziehungsweise Ihrem Sohn darum, die Schikane zu unterlassen und verletzende Inhalte etc. zu l√∂schen. Wenden Sie sich, wenn m√∂glich, an den Plattformbetreiber und verlangen Sie die L√∂schung der Inhalte. Informieren Sie sich dar√ľber hinaus, wo Sie diesbez√ľglich noch Unterst√ľtzung bekommen. Sofern es sich um einen Jugendlichen aus dem n√§heren sozialen Umfeld Ihres Kindes handelt, k√∂nnen Sie sich z. B. auch an dessen Eltern beziehungsweise Lehrkr√§fte oder andere Vertrauenspersonen wenden. Sollte dies keine Wirkung zeigen, gehen Sie gegebenenfalls zur Polizei und leiten Sie rechtliche Schritte ein.

Egal welche Rolle Ihr Kind im Fall von Cyber-Mobbing einnimmt, das Wichtigste ist, dass Sie Ihrem Kind zuhören und gemeinsam einen Ausweg aus der Situation suchen.    
       

Was sollten Sie tun, wenn Sie mitbekommen, dass Ihr Kind andere schikaniert?
Die Gr√ľnde f√ľr Cyber-Mobbing liegen meist nicht im Handeln des betroffenen Jugendlichen. H√§ufig ist es so, dass sich die Gr√ľnde vielmehr bei der Person, die aggressiv vorgeht, finden lassen. Lassen Sie Ihr Kind deswegen in Ruhe erz√§hlen, warum es die beziehungsweise den anderen fertig machen will. Versuchen Sie zu ergr√ľnden, wo die Ursache f√ľr dieses Handeln liegt. Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, wie sich ihr beziehungsweise sein Gegen√ľber f√ľhlen muss. Oftmals k√∂nnen sich Heranwachsende nicht in andere hineinversetzen. Wenn sie oder er sich nicht wehrt, gehen sie davon aus, dass ihr Handeln in Ordnung ist.

Fordern Sie Ihr Kind dazu auf, das verletzende Handeln zu unterlassen und schikanierende Inhalte umgehend zu löschen. Machen Sie Konsequenzen deutlich, wenn sich Ihr Nachwuchs weigert, dies zu tun. Versuchen Sie an den Kern des Problems zu gelangen. Wenn die Situation sehr vertrackt ist, ist es oftmals sinnvoll, sich Hilfe von außen zu holen. Jugendsozialarbeit an der Schule, Schulpsychologinnen beziehungsweise -psychologen oder Vertrauenslehrkräfte können dabei hilfreiche Anlaufstellen sein.

Was sollten Sie tun, wenn Ihr Kind von einem Mobbing-Fall berichtet, den es online beobachtet?
H√∂ren Sie, wie Frau Fleming, Ihrem Kind aufmerksam zu und lassen Sie es von dem, was es mitbekommt, berichten. Fragen Sie nach, ob sie oder er einen oder beide der Beteiligten kennt und wenn ja, woher. Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass es wichtig ist, f√ľr andere einzustehen. Nehmen Sie aber auch die Bedenken ernst, wenn es dies nicht tun m√∂chte; z. B. weil Ihr Nachwuchs f√ľrchtet, selbst in die ‚ÄöSchusslinie‚Äė zu geraten. √úberlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was es tun kann, um die Situation zu verbessern. Manchmal hilft es, sich z. B. an eine Vertrauensperson in der Schule zu wenden und dieser zu berichten, was online passiert. Bleiben Sie ruhig, auch wenn es Ihnen schwer f√§llt. H√§ufig wird Mobbing dadurch verst√§rkt, dass sich Eltern voreilig einmischen und sich gegebenenfalls sogar gegenseitig aufwiegeln.