Jugendliche (13 – 16 Jahre)

Lara hängt wieder einmal in WhatsApp ab. Jacob hat gestern Abend ein Gespräch seiner Eltern belauscht. Sie verstehen scheinbar auch nicht, was Lara daran so toll findet. Sie machen sich außerdem Sorgen, dass seine Schwester irgendwann ihre Freundschaften und die Schule vernachlässigt. Jacob schaut Lara eine Weile zu, fasst sich ein Herz und fragt sie, was an WhatsApp eigentlich so spannend ist. Lara stutzt kurz und erklärt es ihm dann bereitwillig. Sie sagt, es sei einfach wichtig zu wissen, was bei den anderen so los ist. Außerdem mache es ihr richtig Spaß, Bilder zu posten. Lara sagt auch, dass WhatsApp praktisch sei, weil sie sich mit ihren Freundinnen verabreden könne. Sie müsse nicht mehr herumtelefonieren, sondern schreibe einfach in die Gruppe. Jacob findet es spannend, was Lara erzählt!

Ab 13 Jahren nehmen Soziale Netzwerke und Messenger einen besonderen Stellenwert ein. Drei von vier Jugendlichen nutzen Soziale Netzwerke wie Facebook (JIM Studie 2013). Sie sind in einem Alter, in dem sie (nicht nur) online selbstbestimmt handeln wollen. Gerade in der Pubertät wollen sich Mädchen und Jungen von ihren Eltern abgrenzen und ein eigenes soziales Umfeld aufbauen. Sie wollen ihre eigenen Wege gehen und ihre Persönlichkeit entfalten. Das Internet und insbesondere Soziale Netzwerke und Messenger geben ihnen – genau wie Lara – Anregungen, wenn sie nach Informationen, Hilfestellungen oder auch Vorbildern suchen. Lara findet dort also Orientierungshilfen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben und hat die Möglichkeit mitzubekommen, was um sie herum passiert.

Sich mit anderen auszutauschen, sich zu vernetzen und dazugehören ist in diesem Alter wesentlich. Wer nicht in Sozialen Netzwerken und Messengern aktiv ist, verpasst eventuell Wichtiges. Darüber hinaus nutzen Mädchen und Jungen in diesem Alter Online-Angebote verstärkt, um zu zeigen, wer sie sind. Persönliche Statusmeldungen und vor allem Fotos sind bedeutend. Üblich sind z. B. Fotos von Freundinnen und Freunden bei gemeinsamen Unternehmungen. Fotos und Videos dienen außerdem dazu, Anerkennung von anderen zu bekommen. Und auch wenn Jugendliche das Netz immer noch nutzen, um sich unterhalten zu lassen oder über etwas zu informieren, sind diese Bedürfnisse nun mindestens genauso relevant.

Unter Jugendlichen nehmen Soziale Netzwerke und Messenger einen besonderen Stellenwert ein. Gerade der Austausch mit anderen ist relevant.  
    
                                               

Jugendliche haben sich die Medienlandschaft vollständig angeeignet. Wenn Mädchen und Jungen das Jugendalter erreicht haben, kennen sie die gängigen Nutzungsmöglichkeiten des Internets und wählen gezielt aus diesen aus. Sie tun sich oftmals leicht, die unterschiedlichen Angebote zu bedienen beziehungsweise zu benutzen. Anders als Erwachsene manchmal meinen heißt dies nicht, dass Jugendliche in ihrem Umgang mit all den Angeboten kompetenter sind als sie. Die Mädchen und Jungen fürchten sich lediglich nicht vor Neuerungen und probieren vieles aus.

Jugendliche nutzen Medien selbstverständlich und ohne Berührungsängste. Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass sie dies auch auf kompetente Art und Weise tun. Erwachsene sind weiterhin als Gesprächspartner beziehungsweise -partnerin sehr wichtig. 
                       

‚Always on‘ beschreibt das Nutzungsverhalten Jugendlicher. Wie Lara sind viele Mädchen und Jungen immer dabei. Sie bewegen sich selbstverständlich im Netz. Anders als einige Erwachsene unterscheiden sie nicht zwischen virtuell und real, sondern zwischen on(-line) und off(-line). Mit der Ausbreitung von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Daten-Flatrates wird auch die Offline-Zeit immer geringer. In den letzten zwei Jahren hat sich die Anzahl der jugendlichen Smartphone-Besitzerinnen und -Besitzer verdreifacht. Drei von vier Jugendlichen waren 2013 regelmäßig mit dem Smartphone ins Netz gegangen – Tendenz steigend (JIM Studie 2013).

Im Gegensatz zu vielen Erwachsenen unterscheiden Jugendliche nicht zwischen virtuell und real, sondern zwischen on(-line) und off(-line). Das Online-Medienhandeln Jugendlicher ist also selbstverständlicher Teil ihres alltäglichen (echten) Lebens.       
     

  • Hinweis zur Studie:
    Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2013). JIM – Studie 2013. Jugend, Information,(Multi-)Media. Online verfügbar unter: www.mpfs.de/index.php?id=613