Was können Eltern tun?

Es gibt keine Patentrezepte f√ľr Medienerziehung. Wie Lara und Jacob ist jedes Kind anders. Jede Situation ist anders. Die Aspekte, die einen kompetenten Umgang mit Medien ausmachen, greifen ineinander und bedingen sich gegenseitig. Medienkompetenz l√§sst sich deswegen auch nicht nach einem fest vorgeschriebenen Schema f√∂rdern. Wie jede Erziehung ist Medienerziehung durch den st√§ndigen Dialog mit dem eigenen Nachwuchs gepr√§gt. Dennoch lassen sich f√ľnf √ľbergreifende Tipps formulieren, die Ihnen dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern.

  1. Kinder lernen ihren Medienumgang in erster Linie zu Hause. Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst. Ab dem Schulalter und verst√§rkt ab der Pubert√§t orientiert sich Ihr Kind immer mehr an Gleichaltrigen. Bleiben Sie auch in dieser Zeit mit Ihrem Kind im Gespr√§ch und zeigen Sie sich offen und interessiert. Nur so k√∂nnen Sie es bei schwierigen Fragen unterst√ľtzen.
     
  2. Kinder brauchen Erwachsene, mit denen sie √ľber Medien sprechen k√∂nnen. Gerade weil Medien so faszinierend sind, wollen sie sich auch mit ihren Eltern dar√ľber austauschen. Wesentlich ist dabei, dass Sie die Vorlieben und Interessen Ihrer Tochter beziehungsweise Ihres Sohnes ernst nehmen. Insbesondere wenn die Meinungen von Ihnen und Ihrem Kind auseinandergehen, sollten Sie versuchen, die Sichtweise Ihres Kindes zu verstehen, Ihre eigene Meinung zu begr√ľnden und ein √úbereinkommen zu finden.
     
  3. Medien sind spannend. Geben Sie Ihrem Kind bereits in jungen Jahren die n√∂tige Struktur, um sich auszuprobieren. Handeln Sie deswegen gemeinsam mit Ihrer Tochter beziehungsweise Ihrem Sohn Regeln f√ľr die Mediennutzung aus. Im Laufe der Zeit sollten Sie Ihrem Kind immer mehr Freir√§ume lassen. Das bedeutet, Regeln m√ľssen immer wieder aufs Neue diskutiert und festgelegt werden. Regeln sind somit eine Verhandlungssache ‚Äď die Tatsache, dass es Regeln gibt, allerdings nicht. Achten Sie darum auch auf deren konsequente Umsetzung. Setzen Sie jedoch Medien weder zur Belohnung noch zur Strafe f√ľr andere Dinge ein. Das hei√üt, wenn Ihr Kind z. B. die Regel, dass das Smartphone w√§hrend den Hausaufgaben aus bleibt, nicht beachtet, macht es Sinn, dieses Vers√§umnis mit Medienentzug zu sanktionieren. Eine gute Schulnote sollten Sie dagegen nicht mit einer neuen App oder √§hnlichem belohnen und eine schlechte auch nicht mit Medienentzug bestrafen.
     
  4. Medien sollten weder Tabu- noch st√§ndiges Streitthema in der Familie sein. Es ist ausgesprochen wichtig, immer wieder √ľber Medien und den Umgang damit zu sprechen und auch Grenzen zu setzen. Hierbei sind auch die gesetzlichen Bestimmungen, wie z. B. die Altersfreigaben (FSK/USK), wichtige Mittel. Diskussionen √ľber wie viel, was und wann k√∂nnen gerade in der Pubert√§t sehr anstrengend werden ‚Äď bleiben Sie dennoch am Ball!
     
  5. Kinder sollten nicht von Medien ferngehalten werden. Gerade weil der Umgang mit Medien vielf√§ltige Anforderungen an Heranwachsende stellt, ist es notwendig, dass sie diesen Prozess mit elterlicher Unterst√ľtzung durchleben. Wenn M√§dchen und Jungen von Medien ferngehalten werden, haben sie keine Chance einen kompetenten Umgang zu lernen.